Schmuckkästchen - Hotel
Konstantinos Nikou
Hauptstraße 185
63897 Miltenberg

Tel: +49 (9371) 5500
Fax: +49 (9371) 65511
Handy: +49 (176) 64176195

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www.hotel-schmuckkaestchen.de

Öffnungszeiten Hotel

Montag - Sonntag

07:00 Uhr - 18.00 Uhr

 

„500 Jahre ist unser Schmuckkästchen schon alt - Eines der Lieblingsmotive von Touristen, Malern und Fotografen am weltberühmten Marktplatz Schnatterloch.“

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Das heutige „Schmuckkästchen" - Hotel & Café in Miltenberg hatte schon viele Namen:
„Gackstättsche Haus“, „Wohnhaus am Schloßberg“, „Haus Clausius“, „Weinhaus“ Am Alten Markt“

Im Jahre 1508 bewohnte Leonard Gackstatt, der Centraf von Bürgstadt, das hohe erkergeschmückte Fachwerkaus, das an der Westseite des Markplatzes seinen Nachbarn überragt. Vermutlich wegen des begonnenen Krieges nahm er sich in der ummauerten Sicherheit Miltenbergs seinen Wohnsitz. In dieser Zeit trug das Haus den Namen „Das Gackstättsche Haus“. In der Romantik hieß es „Das Wohnhaus am Schloßberg“. Von 1844 bis 1964 wurde es aufgrund seiner Nutzung durch den Schreiner Friedrich Clausius und seine vielen Nachfahren auch „Haus Clausius“ genannt.

Seit der 700-Jahrfeier des Städtchens Miltenberg (1937) steht im Gebälk des Hauses eine Inschrift eingegraben, die besagt, dass von 1861 an hier für sieben Jahre Ludwig Cölestin Bauer wohnte, von dem die Worte des Liedes stammen „ O Deutschland hoch in Ehren“.  Heute kennen nur wenige noch diesen Nationalgesang, der im Ersten Weltkrieg Allgemeingut des deutschen Volkes war:

O Deutschland hoch in Ehren,
du heilges Land der Treu,
Nachts leuchtet deines Ruhmes Glanz
In Ost und West auf neu.
Du steht wie deine Berge fest
Gen Feindes Macht und Trug
Und wie des Adlers Flug vom  Nest
Geht deines Geistes Flug.
Haltet aus haltet aus,
Lasset hoch das Banner wehn!
Zeiget ihm, zeigt dem Feind,
Wie wir treu zusammenstehn,
Daß er unsre alte Kraft erprobt,
Wenn der Schlachtruf uns entgegentobt!
Haltet aus im Sturmgebraus!


Ende der Fünfziger Jahre wirbelte Liselotte Pulver durch dieses Haus. Bekannte Szenen aus dem Film „ Das Wirtshaus im Spessart“ wurden im so genannten „Gackstättschen Haus“ gedreht. Die Novelle, die 1826 von Wilhelm Hauff verfasst wurde, behandelt die Räuberthematik und erzählt die Geschichte der Gesellenwanderung des Goldschmieds Felix. Ab Minute 2:30 bis 5:30 sehen Sie darin unser "Schmuckkästchen - Hotel & Café" in alten Zeiten.

Jahrhundertelang, bis ins Jahr 1964, war das Fachwerkhaus bewohnt. Bewegte Geschichten spielten sich dort ab. Es beherbergte Kaufmänner, Handwerksleute und auch Dichter. Danach stand es 15 Jahre leer, die Bausubstanz wies zunehmend Schäden auf. Ender der Siebziger Jahre stand es richtig schlecht um das schöne Fachwerkhaus, das früher ein Symbol für Bürgerstolz und Tüchtigkeit war: Die Fenster waren eingeschlagen, die Fensterhöhlen mit Holzbrettern zugenagelt.

Ein Zeitungsbericht aus dem Miltenberger Tagblatt im Jahre 1979 schreibt: „Fast mutet es an wie Ironie: auf einem der größten Flughäfen der Welt, dem Kennedy-Airport zu New-York, wirbt Deutschland für sich mit einem Plakat, das ein Haus darstellt, welches seit Jahren schon leersteht. Es ist das „Haus Clausius“ in der alten Handelsstadt Miltenberg, ein schlank aufragender, steilgiebliger Fachwerkbau mit einem kühn hinausgebauten Erker.“

Nach zwei gescheiterten Anläufen von Miltenberger Geschäftsleuten das Haus zu sanieren, entdeckte das Ehepaar Hedwig und Lothar Scheurich aus Schippach Ender der 1970er Jahre dieses historische Juwel. Am 7.1.1980 konnte nachdem endlich alle Hindernisse ausgeräumt waren (Brandversicherungskammer, Amt für Denkmalpflege), mit der statischen Sicherung und der Sanierung begonnen werden. Am 12.3.1981 wurde das Weinhaus „Am Alten Markt“ eröffnet. Am 1.7.1992 übernahmen Jürgen und Martha Scheurich von den Eltern das Weinhaus „Am Alten Markt“.
Ab Mai 2012 übernehmen Uwe Überschär und seine Lebensgefährtin Sabine Cinlay das historische Haus und führen es neu und liebevoll renoviert als „Schmuckkästchen" - Hotel & Café weiter.

Zum Schnatterloch:
Was am weltberühmten Schnatterloch am meisten interessiert, ist die Herkunft und Bedeutung des eigenartigen Namens:
In Schmellers Bayerischem Wörterbuch findet man die Bezeichnungen „Schnate“ und „Schnatie“ für Einschnitt, Wunde, Narbe. Danach dürfte unser Namen Schnatterloch das von dem Einschnitt zwischen Schloßberg und Greinberg gebildete Loch bedeuten. Die Sage von den Gänsen, die den Miltenbergern  durch ihr Schnattern einen geheimen feindlichen Überfall verrieten, ist zwar hübsch, aber erdichtet. Der Name Schnatterloch hat auch weder etwas mit der Gänsehaut zu tun, die man fröstelnd beim plötzlichen Eintritt in die Waldkühle bekommt, noch mit der schnatternden Geschwätzigkeit weiblicher Zungen in Miltenberg.

Quellen:
- Bote vom Untermain 14.3. 2006, Miltenberger Tagblatt Jahrgang 1979/Nr. 14, Miltenberger Tagblatt 10 .Juli 1943, Miltenberger Bote 2006